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Pokalschießen – eine (sehr) lange Tradition

22.​07.​2025

Bereits im Mittelalter begannen Städte sich vor Eroberungen, in Banden organisierten Plünderern und auch vor anderen katastrophalen Ereignissen (z.B. Bränden oder Überflutungen) zu schützen. Hierzu stellten die Städte entsprechende Wehren bzw. Gilden (abgeleitet vom niederdeutschen Begriff für Geld bzw. aus dem altnord „gilgi“ für Genosse oder Gildebruder) auf. Der Wehrdienst reichte von der nächtlichen Brandwache bis hin zur Verteidigung gegen Angreifer oder Naturereignissen wie Brände oder Überflutungen. 

Der Dienst war nicht immer freiwillig, denn teilweise wurden die Hausherren verpflichtet Mitglieder für die Bürgerwehr zu stellen, um Wachdienst und Verteidigung sicherzustellen. Die Mitglieder der Bürgerwehren hatten zum Erfüllen ihres Auftrages entsprechende Privilegien wie Versammlungsfreiheit oder das Recht zu Schießen. Die Schützen nutzen dies regelmäßig, um unter anderem die Zielgenauigkeit zu verbessern. 

Da eine Stadt oder größere Siedlung sich nur begrenzt gegen Angreifer verteidigen konnte, wurden Allianzen und Beistandsabkommen geschlossen, um einen Angriff gemeinsam abzuwehren. Zwischen der Schützengilde Estebrügge und der Schützengilde der Stadt Buxtehude bestand ein solches Abkommen, in dem sich beide Parteien gegenseitig Unterstützung zusicherten. 

Auf den jährlichen Schützenfesten wurden in Schießwettbewerben der eigene beste Schütze ermittelt und prämiert. Diese waren meistens gesellschaftliche Veranstaltungen an denen auch die Bevölkerung reichlich teilnahm. Unterjährlich wurden Freundschafts- und Vergleichsschießen zwischen den Wehren und Gilden veranstaltet. Ziel dieser Schießen war es, die eigene Wehrfähigkeit und die des Verbündeten zu überprüfen. In der Einladung an befreundete Schützengesellschaften wurden neben dem Veranstaltungsort und –datum auch die Schießbedingungen der jeweiligen Wettbewerbe festgelegt. (Wander-)Pokale und Preise wurden an die besten Schützen ausgegeben. Auch die folgenden Schützen wurden oftmals mit hochwertigen Alltagsgegenständen wie silberne Löffel oder Bekleidung prämiert. Innerhalb des Deutschen Schützenbundes wurde - zumindest seit 1920 festgelegt – wie hoch der Anteil an den Teilnahmegelder ist, der als Geldpreise auszuschütten ist. 

Die Tradition des Pokalschießens wird auf noch 2025 in Form der Preis-und Pokalschießen bzw. Betriebs- und Pokalschießen fortgeführt, bei dem nun zwischen Betrieben, (gemischten) Schützen- und Damen-Mannschaften unterschieden wird. Auch heute noch werden die besten Mannschaften und die besten Schützen mit Pokalen oder Geldpreisen prämiert. Bei den Preisscheiben werden Sach- oder Geldpreise an die besten Schützen ausgegeben. 

Die heutigen Pokalschießen sind eher Freundschaftsturniere des Breitenschießsports außerhalb der offiziellen Wettkämpfe der Schießsportverbände und bieten Interessierten außerhalb des Schießsports einen Einblick und Einstieg in den Schießsport. 

 

Von 
Björn-C. Bösch

 

Bild zur Meldung: IMG_3736